Flutopfer in Pakistan

Unser Appell für Pakistan

“Schlimmer als der Tsunami” – so titelt Welt Online am 9.8.2010 und verweist damit auf einen Bericht der Vereinten Nationen in dem diese die Jahrhundertflut in Pakistan mit dem verheerenden Tsunami im Indischen Ozean Ende 2004 vergleichen. “Bezogen auf die betroffenen Menschen, ist diese Flut schlimmer als der Tsunami”, sagte der Sprecher des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), Maurizio Giuliano. “Wir schätzen, dass 13,8 Millionen Menschen betroffen sind.” Harte Fakten über ein schreckliches Ereignis.

In der Vergangenheit gab es häufiger in armen und unterentwickelten Länder Naturkatastrophen von verheerendem Ausmass. Immer stand die Weltbevölkerung bereit und sorgte mit Spenden für Hilfe. Egal, ob beim Erdbeben auf Haiti oder beim angeprochenen Tsunami – es wurden zig Millionen Euro an Spendengeldern gesammelt. Doch diesmal bleibt die Hilfe aus. Die Menschen zögern und spenden nicht. Aber warum? Wahrscheinlich liegt es an der jahrelangen negativen Berichterstattung über Pakistan. Seit dem 11. September 2001 ist dieses Land laut den Medien ein Synonym für Terror, Taliban und Selbstmordattentätern. Leider!

Aber, wer kennt dieses Land und vor allem seine Einwohner wirklich? Die wenigsten! Wer Pakistan schon einmal besucht hat und die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Einheimischen erlebt hat, der weiß, dass der Großteil der Menschen dort einfache und meist arme Leute sind. Sie leben von dem wenigen, das sie mit Viehzucht und Ackerbau erwirtschaften. Und trotzdem wird jeder Fremde empfangen wie ein Freund. Er wird bekocht und auf Händen getragen. Andere verdienen ihr Geld mit dem Tourismus. Doch der ist seit den negativen Berichten dramatisch zurückgegangen oder sogar ausgeblieben. Und genau diese Menschen hat diese Flutkatastrophe jetzt getroffen. Ihnen wurde ihre Lebensgrundlage von einem Moment auf den anderen entrissen. Sie haben nichts mehr! Die UN spricht von 20 Millionen Menschen, die von der Katastrophe betroffen sind.

Die Lage in Pakistan ist so schlimm, dass wir von Begegnungen mit Menschen e.V. eine Lanze für die Menschen in Pakistan brechen wollen. Wir verstehen, dass mögliche Spender zurückhaltend auf die Spendenaufrufe reagieren. Sind sie doch von den Medien verunsichert worden und wollen nicht für einen “Schurkenstaat” spenden. “Man weiß ja nicht, was mit dem Geld passiert”, sind Aussagen, die wir selbst schon gehört haben. Wenn Sie also Spenden wollen, den großen Organisation und ihren Helfern aber nicht trauen, so können Sie gerne an Begegnungen mit Menschen e.V. spenden. Unser Vorstand Ranger bereits seit mehr als 10 Jahren die nördlichen Regionen Pakistans und weiß, wie man die Hilfe dort direkt zu den Menschen bringt, die sie auch brauchen.

Wir helfen mit ihrem Geld im Norden Pakistans. Auch hier ist die Lage sehr dramatisch. Gilgit ist die Provinzhauptstadt und aktuell völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Fluten haben auch hier stark gewütet. Ganze Häuser wurden weggerissen, in den umliegenden Dörfern wurde die Ernte vernichtet und zahlreiche Tiere sind ertrunken. Es gibt keinen Strom mehr, kein frisches Trinkwasser. Frische Lebensmittel sind aus und Konserven gehen zur Neige. Es gibt keinen Treibstoff. Die Versorgung aus der Luft ist in dieser entlegenen Region aufgrund schlechter Wettersituation schwierig und damit nur sporadisch möglich. Wer dort noch etwas Sprit und ein Notstromaggregat hat, der verlangt utopische Preise nur, um ein Handy zu laden (glücklicherweise funktioniert das Handynetz noch manchmal).

Die Gilgit-Baltistan Region wurde bereits im Januar 2010 von einer Naturkatastrophe heimgesucht. Ein Erdrutsch blockierte das Hunzatal nördlich von Gilgit so, dass sich innerhalb kürzester Zeit ein Stausee von über 30km Länge bildete. Somit war der Versorgungsweg aus China unterbrochen bzw. stark eingeschränkt. Dieses Ereignis blieb aber ohne große internationale Beachtung. Die aktuellen Überschwemmungen haben nun auch noch den Landweg nach Süden und damit nach Islamabad unterbrochen. Die Blogger von pamirtimes.net berichtet aktuell: “Gilgit city turns back to 1960s”.

Wenn möglich haben wir Kontakt mit einigen Freunden in Gilgit. So schrieb Habib, der normalerweise die Reisegruppen von Ranger Travel als Localguide führt am 15.8.2010:

Dear brother,

thank u very much for thinking about us all the time.we really had bad time for almost half month now,after many days we got electricity for only two hours,so i m sble to write to you.all the roads are still closed and still raining here.gilgit is having problem with water,electricity,petrol,disal,now facing food shortages….

we don’t know here when the rain will stop and roads will be open,when there will be clean water.almost 90%transport stop.hardly people can get transport to go one place to another.

life is getting tougher and tougher. i was hoping to get some business in july and august,but now canceled all the groups. i don’t think any client for this year,just hoping for the situation here to get better. any way i m really great full to you,that you are worried about us in this time.

habib

Mit unseren guten privaten Verbindungen nach Pakistan ist es uns möglich Hilfstransporte von Islamabad aus zu organisieren, die Nahrung, Zelte und andere Hilfsgüter in den zwei Tagesreisen entfernten Norden bringen können. In Gilgit sorgen unsere Freunde (darunter auch ein Deutscher, der dort rund 9 Monate im Jahr lebt) für die Verteilung.

Wir bitten Sie noch einmal aufrichtig im Namen unserer pakistanischer Freunde: Spenden Sie für die Flutopfer und helfen Sie so, Leid zu lindern, Menschenleben zu retten und Existenzen wieder aufzubauen.

Informationen zu den Spendenkonten finden Sie hier (Verwendungszweck: Pakistan2010). Oder Sie spenden einfach per Paypal:


Vielen Dank!

Ranger & das Team von Begegnungen mit Menschen e.V.

PS: Die Medien scheinen bemerkt zu haben, was sie mit ihrer negativen Berichterstattung angerichtet haben. Im Radio laufen momentan stündlich Berichte und Spendenaufrufe. Im Fernsehen werden (wenn auch nicht zur besten Sendezeit) Sondersendungen übertragen, um von der Katastrophe zu berichten. Das ZDF veranstaltet am 26.8.2010 sogar eine 90minütige Spenden-Sondersendung wie zu den schlimmen Haiti-Erdbeben und Tsunami-Ereignissen. Vielleicht schaffen solche Aktionen ja das nötige Vertrauen? Wir wollen es hoffen!

Weiter Informationen:

Projektpate: Andreas Bauer

Verwendungszweck: Pakistan2010

Bei BmM seit: August 2010

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